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Gratwanderung im Umgang mit einer starken Randgruppe: Witwen & Witwern

Der Tod eines Partners oder einer Partnerin ist und bleibt für die meisten Menschen eine Ausnahmesituation, die Jahre nachwirkt. Doch die Gesellschaft hat von Witwen und Witwern eine bisweilen merkwürdige Ansicht und Erwartungshaltung an diese Gruppe, die rein statistisch gesehen ganz normal unter dem Familienstand verwitwet auftaucht.

Immerhin machen sie zehn Prozent der deutschen Bevölkerung aus. Damit liegen sie nicht weit unter dem Wert der Alleinstehenden, also die Gruppe der Ledigen, auch so eine Einordnung der Statistik: 19 Prozent waren es laut Mikrozensus 2011 in ganz Deutschland, Tendenz eher steigend. Letzteres gilt übrigens auch für die Gruppe der Verwitweten.

Innerhalb der Gesellschaft fehlt Witwen und Witwern die Lobby. Das mag mit dem gestörten Verhältnis der Menschen zum Tod zu tun haben. Er wird gern an den Rand der Gesellschaft verbannt, und genau dort finden sich nicht selten die Hinterbliebenen wieder. Gleichwohl stehen Erwartungshaltungen an sie im Raum: Voller Würde mögen sie Abschied nehmen.

Trauer, die gehört nicht in die Öffentlichkeit. Nachweinen sollen Witwen ihrem Mann, doch dies bitte nicht zu lange, denn Stärke wird erwartet, eine schnelle Rückkehr in die Normalität. So ist das in einer Gesellschaft, die von Spaß, Individualität und Konsum geprägt ist, der es an Kontinuität, der Fähigkeit zur Treue fehlt. Beziehungen, nun die halten nur noch selten lange.

Und so mag es nur logisch sein, dass eben diese Gesellschaft mit echter Trauer kaum umgehen kann. Ist ein Angehöriger bestattet, sind die letzten Rechnungen bezahlt, dann wird von Witwen und Witwern Konsum erwartet. Immerhin könnte ein Erbe unter das Volk gebracht werden.

Für Bestatter ist das eine echte Gratwanderung. Wie geht er bei aller Professionalität damit um? Dürfen Menschen nicht mehr trauern, auch über Jahre hinweg, wenn sie den Partner nach Jahrzehnten des gemeinsamen Weges verlieren? Doch, sie sollen es sogar tun.

Und der Bestatter hat, wenn er sie annimmt, die Ehre, dem Menschen auf sanfte aber ehrliche Art und Weise auf diesem langen Weg zurück in das Leben zu unterstützen. Natürlich gehört auch für den Bestatter die Kundenbindung zum täglichen Geschäft.

Der Tod ist nun einmal Teil seines Broterwerbs. Doch das steht für Betroffene nicht im Vordergrund, und so sollte auch der Bestatter nicht den Eindruck vermitteln, nun rasch ein Folgegeschäft ins Visier zu nehmen. Es sind die ehrlichen, echten und offenen Gesten der Menschlichkeit, keine Floskeln, keine Plattitüden, kein Drumherumgerede.

Ein Gruß am Jahrestag, ein freundschaftlicher Hinweis auf sinnvolle Vorsorge, um genau jene Ausnahmesituation, in der sich der Betroffene befindet, anderen später etwas leichter zu machen. Es bedarf eines enormen Einfühlungsvermögens, den richtigen Ton zur richtigen Zeit zu treffen. Gerade im Trauerfall klingen vom Grundsatz her gut gemeinte Aussagen mitunter wie Hohn in den Ohren der Betroffenen.

"Sie haben Ihr Leben noch vor sich." Wohl kaum, zumindest nicht in diesem Moment, denn das Leben war der gemeinsame Weg mit dem Partner, und der ist genau hier und jetzt beendet. An dieser Stelle gibt es für den Zurückgebliebenen keinen lebenswerten Weg, der vor ihm liegen könnte. Schweigen wäre vermutlich die richtige Antwort.

Unter Umständen sucht der oder die Hinterbliebene Nähe. Mit professioneller Distanz darf auch das sein, denn diese Gesten können Halt geben. In den seltensten Fällen erwarten Betroffene eine Antwort auf das, was sie selber sagen. Sie wollen gehört werden, sie brauchen die Kraft anderer. Der Bestatter ist hier eine mögliche Instanz der Stärke.

Am Ende geht es natürlich auch darum, Kunden zu binden und/oder zu gewinnen. Stehen Menschlichkeit und fachliche Kompetenz aber im Vordergrund, müssen geschäftliche Interessen nicht mehr hervorgehoben werden.

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